Sa 15,3, Alfred Andersch
um 20°° gibts „Die Rote“ von Alfred Andersch
Der engagierte Nachkriegsautor wollte der “lost
generation” Europas die neuen Ideen von Freiheit, Demokratie und
individueller Verantwortung nahebringen, da “die Brüchigkeit aller
Wertsysteme immer sichtbarer” werde. Er trat für eine von politischen
Zielsetzungen unabhängige realistische Literatur ein, “realistische
Literatur ist Literatur aus Wahrheitsliebe”. Dennoch sah er einen
klaren, und zwar allgemeinen politischen Auftrag für Kunst und
Literatur, “jedes gelungene Kunstwerk ist Teil einer permanenten
Revolution”. Wegen des Romans “Die Rote” wurde er der Verfassung von
“Klassenkampfliteratur” gescholten, die “Kirschen der Freiheit” galten
als “moralische Legitimation zum Desertieren”. Andersch in einem
Gedicht: “ ... die gesellschaft - ist weiter geteilt - in wächter - und
bewachte - wie gehabt ...”
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Sa 19,4, Erich Kästner
Erich Kästner war berühmt für seine
Kinderbücher und Filme, er war ein engagierter Schriftsteller und
Pazifist, er hat schöne Gedichte gemacht, Dramen, Höspiele
und Kabarett und für viele Zeitungen gearbeitet, aber leider nur
einen Roman “Fabian - Die Geschichte eines Moralisten“
geschrieben. 1933 wurden seine Bücher verbrannt, und er sah selbst
dabei zu, aber er ging nicht ins Exil. Bis 1945 hatte er Schreibverbot,
und in der neuen Bundesrepublik durfte er zwar veröffentlichen,
aber er fühlte sich nicht ernst genommen, er blieb der
Kinderbuchautor. Kästner beklagte sich, „Ich bin der
Dichter, der euch anfleht und beschwört, Ihr seid das Volk, das
nie auf seine Dichter hört,“ und man habe nach 1945
„total vergessen, den Maulkorb abzunehmen, den man uns 1933
umgebunden hatte. Die einen können nicht mehr schreiben, die
andern können nicht lesen.“ Und mit der Liebe verhält
es sich irgendwie ähnlich: du „träumst von der Liebe,
glaubst an keine.“ Kästner war ein resignierter Optimist, er
hätte gerne alles besser gemacht - geben wir ihm die Chance?
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Do 24,4, Gustav Strindberg
vorgestellt und zur Diskussion gestellt wird August Strindberg: das menschliche Drama.
Die Scheinwirklichkeit der bürgerlichen Gesellschaft und des
menschlichen Daseins, Liebe, Haß, Intrige und die Vereinsamung in
der Freiheit sind seine Themen. Seine Botschaft ist nicht ermutigend,
„... als Weltverbesserer landet man entweder im Gefängnis
oder im Irrenhaus“ (aus Traumspiel), aber sein Blick ist von
erschreckender Schärfe, „... früher sah ich Dinge und
Begebenheiten, jetzt sehe ich Gedanken und Bedeutungen.“
(Damaskus)
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Sa 17,5, Douglas Coupland, Generation X
vorgestellt und zur Diskussion gestellt wird D. Coupland mit seinem
Buch Generation X im Litera-tursalon vor. Schriftsteller und andere
Künstler erfassen häufig viel sensibler (und früher als
die „Fachleute“) die veränderte gesellschaftliche
Realität. Coupland ist es sogar gelungen, den Begriff für
diesen „neuen Menschen“ zu prägen, Frage ist
allerdings ob wir Zeitgenossen der Postmoderne uns richtig verstanden,
definiert, interpretiert fühlen ... was zu klären wäre
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Do 29,5, Jack London: wild und frei
Vom Vagabunden und Goldsucher zum Sozialkritiker - in Armut
aufgewachsen, mußte J.L. schon als Kind arbeiten und lernen,
daß man von der Arbeit nicht leben kann. Stattdessen lernte er
sich durchzuschlagen als Landstreicher, als Hobo und folgte dem
„Lockruf des Goldes“ nach Alaska. Gold fand er keins, aber
er schrieb über die Goldsuche und fand bald als Schriftsteller
sein Auskommen. Die Suche nach dem Glück blieb für immer sein
Thema, und obwohl er sein Glück fand, hat er seine Herkunft nie
verraten, er wollte das Glück, das Paradies für alle, sei es
als Steinzeitutopie wie im „Ruf der Wildnis“, als
Südseeparadies oder als moderne agrarindustrielle Utopie, die er
mit seiner Beauty Farm aufzubauen versuchte - und scheiterte.
Mit der Sensibilität eines Künstlers erkannte er, Jahrzehnte
bevor daraus ein politisches Thema wurde, die wichtigsten Probleme der
Zeit und propagierte in literarischer Form eine ökologische
Alternative zu der sich entfaltenden Industriegesellschaft, er
entwarf Utopien in der Südsee und zeichnete in „Die eiserne
Ferse“ (1908!) „exakt das Bild des Faschismus, seiner
Ökonomie, seiner Regierungstechnik, seiner politischen
Psychologie“ (schreibt Trotzki 1938). Tatsächlich war
er zu Lebzeiten so bekannt wie ein Popstar, der „glühende
Sozialist und Abenteurer“ lieferte sich auf den Titelseiten der
Tageszeitungen Wortgefechte mit Präsident Roosevelt. Das meiste
über ihn ist heute vergessen, die begnadeten Nachgeborenen werfen
ihm Darwinismus und Sozialromantik vor, und daß er zurück
zur Natur in die Steinzeit wolle - was zu überprüfen
wäre! Wir lesen und reden darüber ...
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Sa 21,6, Harry Mulisch
vorgestellt wird
Harry Mulisch mit Die Entdeckung des Himmels vorgestellt. Nach Mulischs
Ansicht - „Was sich hier abspielt, passiert in einer Welt ohne
Gott“ - ist unsere chaotische Gegenwart ein Irrtum. Ein neuer
Messias tritt auf, jedoch nicht um den Bund mit Gott zu erneuern,
sondern um ihn zu lösen, denn Gott wurde von der Wissenschaft
hinter den Urknall verbannt. Von dort walten die himmlischen
Drahtzieher, verursachen Naturkatastrophen, lassen Sterne vom Himmel
fallen, und der Topagent „Messias“ rettet die Welt - nicht!
... macht aber nichts, wir vergnügen uns weiter, ebenso wie dieser
Roman. |
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Sa 20,9, Antoine de Saint-Exupery
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| Sa 18,10, Arthur Schnitzler |
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| Do 30,10, Georg Trakl |
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| Sa 15,1, Stanislaw Lem |
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| Do 27,11, Honore de Balzac |
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| Sa 20,12, Andersen, was Weihnachtliches! |
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